Die "Hölle des Nordens"
So soll das neue Stadion an der Maastrichter Straße aus der Vogelperspektive aussehen.
Visualisierung: Stadion Oldenburg GmbH & Co. KG
Ein modernes Stadion zu bauen ist richtig. Es ist ein wichtiger Baustein des Stadtmarketings und stärkt Oldenburg als Oberzentrum im Nordwesten. Die kommunale Investition ist vertretbar und eine klare Entscheidung für Profi-Fußball in Oldenburg. Sie ist aber weder ein Blanko-Scheck noch das Ende der Arbeit. Kosten müssen realistisch kalkuliert und Risiken transparent benannt werden. Bei einem Haushalt unter Konsolidierungsdruck braucht es belastbare Zahlen, keine Optimismus-Annahmen. Insbesondere bei Baugrund, Entwässerung und technischen Anforderungen entstehen erfahrungsgemäß die größten Kostensteigerungen erst in der Umsetzung. Zahlen und Fakten dazu fehlen völlig. Einwände zu Kostenrisiken und rechtlichen Verfahren sind bei Projekten dieser Größenordnung legitim. Sie sind kein Selbstzweck, aber ein Auftrag zur Prüfung.
Die eigentlichen Herausforderungen beginnen nach dem Bau und erfordern eine stabile Dachmarke für den Fußball. Die Stadt kann Rahmenbedingungen schaffen, sie ist nicht der bessere Unternehmer oder Fußball-Manager. Das Potenzial für Profi-Fußball in einem Oberzentrum wie Oldenburg ist vorhanden - ob es strukturell genutzt wird, entscheidet sich nicht im Rathaus! Der zukünftige Hauptnutzer muss ein erkennbares Eigenengagement in Form von nachhaltiger Entwicklung des Profi-Bereichs einerseits und Einbindung von Sponsoren andererseits erbringen. Ein Stadion, das primär auf städtischen Mitteln ruht, ist kein tragfähiges Modell.